Selbstakzeptanz stärken ist ein Prozess, kein einmaliger Akt. Er beginnt mit Aufmerksamkeit. Fang an zu beobachten, wann du dich verstellst. Nicht um dich dafür zu verurteilen, sondern um zu verstehen: In welchen Momenten trägst du die Maske besonders fest? Was fürchtest du, das passiert, wenn du sie abnimmst?
Dann kommt der nächste Schritt: Mitgefühl mit dir selbst. Das klingt weich, aber es ist eine der kraftvollsten Übungen, die es gibt. Stell dir vor, eine gute Freundin würde dir erzählen, was du dir selbst gerade innerlich sagst. Würdest du es ihr gegenüber so formulieren? Wahrscheinlich nicht. Also warum dir gegenüber?
Körperarbeit kann hier einen echten Unterschied machen. Scham und Anspannung setzen sich im Körper fest, als Enge in der Brust, als Schwere in den Schultern, als Unruhe im Bauch. Eine wunderbare Möglichkeit, diese körperlichen Muster sanft zu lösen, kann Qi Gong sein. Nicht durch Kontrolle, sondern durch Loslassen. Durch Bewegung, Atmung und Präsenz kommst du aus dem Kopf heraus, in dem die kritischen Stimmen am lautesten sind, und zurück in deinen Körper, der so viel mehr weiß, als du denkst.
Und manchmal braucht es einen Raum, in dem jemand anderes für dich hält, was du noch nicht alleine halten kannst. Einen Raum ohne Bewertung, ohne Ratschläge, ohne Erwartungen. Nur Zuhören, Erkennen und behutsames Begleiten.
Denn du bist ok, wie du bist. Das ist keine Aufmunterung. Das ist eine Tatsache, die du vielleicht noch nicht ganz glaubst. Aber genau darum geht es: nicht darum, es sofort zu glauben, sondern darum, anfangen zu dürfen.